Zeitgleichung

Die Zeitgleichung - Ein Instrument um die Erdumlaufbahn beobachten zu können

Der Begriff "Zeitgleichung" ist eigentlich nicht richtig benannt, denn es geht um eine Ungleichung, die den Unterschied der Zeitangabe zwischen Sonnenuhren und den modernen Uhren, wie beispielsweise Funkuhren, beinhaltet.

Sonnenuhren werden heutzutage kaum noch ernsthaft verwendet, in Europa jedenfalls nicht. Sie dienen lediglich der Zier. Es gibt jedoch Präzisions-Sonnenuhren zu Forschungszwecken, mit deren Hilfe bewiesen werden kann, dass die Erdumlaufbahn um die Sonne nicht absolut kreisrund ist. Der Abstand zur Sonne ist während eines Jahres nicht immer der selbe. Das darf aber nicht mit den Jahreszeiten verwechselt werden, da geht es nur um die Stellung der Erdachse zur Sonne.

Solche Präzisions-Sonnenuhren haben nichts mit den Sonnenuhren in beispielsweise Vorgärten gemein; hier handelt es sich um komplizierte optische Geräte, mit denen die geaueste Sonnenzeit ermittelt werden kann. Sie weicht vom starren Takt der Atomuhren ab. Es geht nur um ein paar Minuten, die entweder positiv oder negativ sind, vom Menschen aber nicht wahrgenommen werden.

Der Sinn der Zeitgleichung liegt darin, die Erdumlaufbahn beobachten zu können. Es kann ganz präzise festgestellt werden, ob es durch menschliches Tun oder natürliche Vorgänge auf der Erde zu Veränderungen kommt.

Fliegt beispielsweise ein tonnenschweres Raumschiff von der Erde zum Mars, fehlt danach ein Teil der Materie der Erde, die dann auf dem Mars dazukommt. Die Umlaufbahnen beider Planeten werden sich geringfügig ändern und kaum messbar sein. Aber wenn der Mars irgendwann von der irdischen Menschheit bevölkert werden wird - auf solche Phantasienen ist man in Kreisen von Wissenschaftlern schon gekommen -, wird es ganz sicher zu spürbar messbaren Veränderungen der Erdumlaufbahn kommen.