Abenddämmerung

Unter der Bezeichnung Abenddämmerung versteht man im Allgemeinen den Übergang vom Tag zur Nacht, wenn die Sonne untergeht und das Licht abnimmt. Dieser Wechsel vom Tag zur Nacht kann sogar mehrere Stunden dauern. Insgesamt liegen ständig rund fünfzehn Prozent der Erde in der Dämmerung. Das Dämmerlicht am Abend kommt dadurch zustande, dass die Sonne so tief steht, dass ihre Strahlen lediglich die obersten Luftschichten erreichen.

Es werden insgesamt drei verschiedene Arten der Dämmerung unterschieden. Zum einen handelt es sich um die so genannte bürgerliche Dämmerung, während der es noch bequem möglich ist, draußen ohne zusätzliche Lichtquelle zu lesen. Es erscheinen die ersten Sterne, wozu Venus und Jupiter gehören. Nun folgt die so genannte nautische Dämmerung. Jetzt werden weitere Sterne sichtbar, auch solche, die nicht zu den hellsten Planeten gehören. Ist die Sonne von den anfänglich sechs Grad bis über zwölf Grad unter den Horizont gesunken, so endet die nautische Dämmerung. Nun beginnt die astronomische Dämmerung, die erst endet, wenn die Sonne tiefer steht, als achtzehn Grad unter dem Horizont. Nun kann das Sonnenlicht die obersten Luftschichten nicht mehr erreichen, folglich können diese die Strahlen auch nicht mehr reflektieren und streuen. Am Himmel sind alle Sterne zu sehen.

Die Abenddämmerung ist in ihrer Länge von der Jahreszeit abhängig, das heißt, im Sommer dauert sie länger, im Winter ist sie kürzer. Dies ist abhängig davon, wie tief die Sonne unter den Horizont sinken kann. Man kann sagen, dass die Dämmerung im Sommer ungefähr doppelt so lange dauert, wie im Frühling oder Herbst. Einflussreich ist auch der Abstand vom Äquator. Je weiter man sich den Polen annähert, umso länger dauert die Dämmerung, am Äquator direkt gibt es nahezu gar keine Dämmerung.

Von Mitte Mai bis ungefähr Mitte August gibt es die so genannten „Weißen Nächte“. Hier endet die astronomische Dämmerung erst gegen Mitternacht, die Nächte sind also sehr hell. In Schweden und Norwegen, Finnland und auch in Teilen von Russland steht stetig die Mitternachtssonne am Himmel, es wird überhaupt nicht dunkel. Am Nordpol steht die Sonne dann den ganzen Tag über am Himmel, es bleibt hell. Dieses Phänomen wird Polartag genannt. Das Gegenstück dazu bildet der Südpol, hier herrscht während dieser Zeit die Polarnacht.