Die Vogeluhr

Fast jeder kennt den Begriff der Vogeluhr, doch was steckt eigentlich dahinter? Die Vogeluhr ist eine so genannte biologische Uhr und könnte auch als innere Uhr der heimischen Singvögel bezeichnet werden. Unterschiedliche Einflüsse bewirken das Einsetzen des Gesangs der einzelnen Vogelarten. Abhängig ist die Vogeluhr vor allem von dem Sonnenaufgang. Dieser wiederum wird durch die Jahreszeit bestimmt sowie durch den Breitengrad, in dem sich die Vögel befinden. Die Dämmerung ist demnach ausschlaggebend für den Beginn des Gesangs. Jede Minute, die während der Dämmerung verstreicht, ist eine Art spezifisches Wecksignal für die Vögel, Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einem „artspezifischen Weckreiz“. Jeder einzelne Vogel einer Art besitzt diese innere Uhr, die ihn weckt und die jeweilige Uhrzeit, zu der mit dem Gesang begonnen wird, ist von Vogelart zu Vogelart verschieden.

Mittels der Vogeluhr kann die tatsächliche Uhrzeit bestimmt werden, wenn bekannt ist, welcher Vogel zu welcher Zeit anfängt, zu singen. Wie bereits erwähnt, muss aber immer die Jahreszeit, beziehungsweise das Kalenderdatum, beachtet werden, wenn die Bestimmung der Zeit genau sein soll. Im Sommer, wenn die Dämmerung früh am Morgen einsetzt, fangen auch die Vögel zeitiger an zu singen, als im Herbst oder Winter. Die Vogeluhr ist von der Natur aber natürlich nicht dazu eingerichtet worden, damit die Menschen die Uhrzeit möglichst genau bestimmen können, sie hat vielmehr eine biologische Bedeutung. Wissen muss man dabei, dass nur die männlichen Vögel singen, sie locken damit die Weibchen an. Außerdem dient der Gesang dazu, das eigene Revier abzugrenzen. Wenn nun jeder Vogel zur gleichen Zeit anfangen würde zu singen, wäre es für die Tiere sehr schwer, noch die Grenzen eines Reviers feststellen zu können. Es käme immer wieder zu Revierstreitigkeiten, denn es könnte gar nicht unterschieden werden, wo das nächste Männchen im Baum sitzt.

Inzwischen gibt es auch im Handel Vogeluhren, die den Menschen mit dem Gesang einzelner Vögel wecken. Zu der eingestellten Weckzeit weckt dann die Vogelstimme, die in der Natur zu diesem Zeitpunkt zu hören wäre. Wird ein früherer Zeitpunkt eingestellt, ist wieder eine andere Stimme zu hören, zu einem späteren Zeitpunkt wieder eine andere.

Beispiel einer Vogeluhr

Bezogen auf einen Sonnenaufgang um 5:30 Uhr - das entspricht in Deutschland etwa einem Kalenderdatum von Mitte Mai.

4:00 Uhr - Gartenrotschwanz
4:05 Uhr -
4:10 Uhr - Rotkehlchen
4:15 Uhr - Amsel
4:20 Uhr - Zaunkönig
4:25 Uhr -
4:30 Uhr - Kuckuck
4:35 Uhr -
4:40 Uhr - Kohlmeise
4:45 Uhr -
4:50 Uhr - Zilpzalp
4:55 Uhr -
5:00 Uhr - Buchfink
5:05 Uhr -
5:10 Uhr -
5:15 Uhr -
5:20 Uhr - Haussperling
5:25 Uhr -
5:30 Uhr - Sonnenaufgang -
5:35 Uhr -
5:40 Uhr - Star